Kärntner Inspektionsmodell (KIM) im Schuljahr 2009 / 2010

Auszüge und Darstellung zum Schlussbericht vom 1. März 2010

 
Bereich "Individualisieren und Differenzieren"
Die permanente Auseinandersetzung mit Individualisierung und Differenzierung (IuD) wird im Schulbericht und in den vorbildlich geführten Aufzeichnungen (Schulprogramm, Förderkonzept, ...) dargestellt. Die Entwicklung von IuD ist im Gesundheitserziehungsbereich am weitesten entwickelt.
Zahlreiche Projekte bieten einen Beweis dafür, wie Lernen in unterschiedlichen Lernumgebungen, in unterschiedlichen Sozialformen und in unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Anforderungen stattfinden kann. Die Entwicklung der Schule zur ÖKOLOG Schule und die Arbeit für das Schulpartnerschaftsprojekt "Klassenzimmer im Freien" zeigen die qualitativ gute pädagogische Arbeit der Lehrkräfte, die nur geleistet werden kann, wenn LehrerInnen im Team zusammenarbeiten und eine gute Schulstruktur leben.

Das breit angelegte Förderkonzept gibt einen Einblick in die individuellen Förderungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Der explizite Förderunterricht wird meist in den Gegenständen Deutsch / Lesen / Schreiben und Mathematik angeboten. Beim Unterricht für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache wird sehr viel Wert auf die Erlangung der Sprachkompetenz in der Schuleingangsphase gelegt. Auf die verschiedenen Lerntypen wird durch Einbeziehung abwechslungsreicher Unterrichtsmaterialien eingegangen. Die Palette reicht von der Förderung von Kindern mit Sonderpädagogischen Förderbedarf bis zur Förderung von begabten Schülerinnen und Schülern.

Durch die Maßnahmen an schulischen Nahtstellen (Zusammenarbeit mit Kindergärten und weiterführenden Schulen) und den engen Kontakt mit dem Hort besteht die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zum Wohle der Kinder.

Lernen ist ein aktiver Vorgang, durch den neue Informationen aufgenommen, verarbeitet, in die verfügbare Wissensbasis integriert und damit flexibel nutzbar gemacht werden. Schülerinnen und Schüler lernen aktiv, selbst und ständig! Diese Vorstellung über das Lernen verändert den Unterricht. SchülerInnen lernen, indem sie es aktiv tun. Alles, was in der Schule geschieht, geht alle am Unterricht beteiligte Personen an und nur in gemeinsamer Arbeit wird Schule ein Ort, an dem Lernen gelebt und erlebbar wird.

Aus diesem Grund stellen wir uns gerne dem weiteren Auftrag, IuD - Maßnahmen weiterhin vermehrt zu setzen. Dazu gehören auch die Dokumentationen der SchülerInnen - Leistungen, woraus in etlichen Fällen bereits ein klares Bild über den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler gewonnen werden kann. Diese bildet damit eine gute Grundlage für Differenzierungsmaßnahmen auch in Bezug auf individuelle Lernangebote, Lernorganisation und Methodeneinsatz. Sowohl der Schulbericht wie auch die Inspektion vor Ort ließen die gute Basis für eine solche Entwicklung an unserer Schule erkennen.
 

Bereich "Lehren und Lernen"
Abwechslung und Vielfalt im Angebot, das spürbare Bemühen um eine ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktivität und Grundlagensicherung, die permanente Auseinandersetzung mit Individualisierung und Differenzierung werden als besondere Stärke der Schule festgestellt.

Besonders zur erwähnen sind die Bereiche:
          Gesundheitserziehung
          Kreativität
          Bewegungsangebot
          Umwelterziehung
          Gestaltung des Schulumfeldes
          Bemühung um Individualisierung und Differenzierung
          Auseinandersetzung mit der Leistungsbewertung und der Leistungsbeurteilung

In folgenden Bereichen setzt unsere Schule über den Lehrplan hinausgehende besondere Maßnahmen:
          Begabtenförderung
          Bewegung und Sport
          Deutsch für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache
          Arbeit an der Dokumentation des Förderns
          Gesundheitsförderung
          Vertretung im Netzwerk der ÖKOLOG - Schulen
          Gewalt- und Suchtprävention
          Soziales Lernen
          Kreativität
          Lesekompetenzförderung

Die Unterrichtsbesuche ergaben ein Bild des wertschätzenden Umgangs der Lehrerinnen mit den Schülerinnen und Schülern. Der Schule wird empfohlen, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen, wie auch eine weitere Perfektionierung dahingehend, dass die Leistungsdokumentation als Grundlage für die entsprechende IuD - Maßnahmen und Förderangebote genützt werden.
 

Bereich "Klima"
Die Inspektion ergab, dass unsere Schülerinnen und Schüler gerne in die Schule gehen. Dabei stehen die Bereitschaft zu lernen und die Freunde an der Schule als Begründung ganz oben. Den Unterricht beschrieben unsere SchülerInnen als interessant und motivierend. Die Benotung wird als grundsätzlich gerecht empfunden. Die Kinder wissen, wie die Noten zustande kommen. Die Verteilung aller Hausübungen über die Woche ist so, dass sie alleine zurechtkommen. Konflikte und Regelverletzungen werden besprochen und aufgearbeitet.

Alle Lehrerinnen unterrichten sehr gerne an dieser Schule und sehen es als besondere Freude an, hier mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. Für das Klima spricht auch, dass die eigenen Kinder aller Lehrerinnen, sofern sie dem Schulsprengel Villach - Stadt angehören, diese Schule besucht haben.
 

Bereich "Schulpartnerschaft"
Die Eltern schätzen an der Schule den persönlichen Umgang und das Schulklima sehr. Sie fühlen sich in ihren Anliegen ernst genommen. Zwischen Eltern, Lehrerinnen und Schulleiterin besteht eine sehr gute Kommunikationsbasis.

Besonderes geschätzt wurden der Bewegungsunterricht und die Schwerpunktsetzung "Gesunde Ernährung". Die Waldtage beschrieben  interviewte Eltern als eine Bereicherung für Schülerinnen und Schüler.

Wir freuen uns sehr über die Rückmeldung, dass das Gesamtauftreten der Schule als überaus positiv empfunden wird.
 

Bereich "Professionalität und Management"
Als Professionalitätsmerkmal gilt auch Reflexionsbereitschaft. Die durchgeführten Evaluierungen weisen eine sehr hohe Zufriedenheit auf. An dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank an alle Eltern für die große Bereitschaft, sich an den Evaluierungen der Schule in den letzten Schuljahren  zu beteiligen.

Die Entwicklung der Basiskompetenzen wurde vom Inspektorenteam als besonderes Anliegen aller Lehrerinnen der Schule erkannt. Ein Schulleitbild und ein Schulprofil liegen vor und werden tatsächlich "gelebt". Die schulinterne Fortbildungsmaßnahmen dienen der Professionalisierung der Lehrerinnen der Schule. Durch die Schulleiterin werden dem Kollegium weitere Schulentwicklungsthemen nahe gebracht. Sie sorgt dabei für Diskussion und Umsetzungsmöglichkeiten.
 

Handlungs- und Entwicklungsbedarf der Schule
Die Orientierung nach den Stärken der Schülerinnen und Schüler soll im Rahmen der Leistungsbeurteilung noch weiter ausgebaut werden. Diesen Auftrag werden wir gerne erfüllen. Leistungsbewertung soll das Lernen fördern und dazu beitragen, die kognitiven, methodischen und sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler ebenso zu stärken, wie das Selbstwertgefühl und die Lust am Lernen. Dabei müssen auch verstärkt Sinn, Ziele, Maßnahmen und Methoden des Förderunterrichts den Eltern näher gebracht werden.

Gerne nehmen wir auch die im Rahmen der Inspektion geäußerten Wünsche unserer Schülerinnen und Schüler auf, das Klassenzimmer im Freien noch intensiver zu nutzen und mehr Bewegungsmöglichkeiten im Freien zu schaffen.

Ein weiterer Auftrag ist es, die Erziehungsvereinbarung - Lehrerregeln sowie die Erziehungsvereinbarung - Elternregeln in pädagogisch gestalteten Elternabenden öfter zu kommunizieren.

Auch der Unterricht im Rahmen der verbindlichen Übung "Englisch" wurde im Rahmen der Inspektion als Diskussionspunkt eingebracht. Manche Eltern wünschen sich eine Intensivierung des Unterrichtes. Eine Erhebung in den weiterführenden Schulen ergab, dass unsere Schulabgängerinnen und Schulabgänger des letzen Jahres durchwegs sehr zufriedenstellende Leistungen erbracht haben. Gemeinsam mit dem Elternverein werden nun dennoch Projekte zur Einbeziehung einer Native Speakerin erarbeitet, da wir wissen, dass die Einbeziehung von Personen, die die vermittelte Fremdsprache "Englisch" als Muttersprache sprechen, von sehr hohem Wert ist.

Eine Erweiterung der Schulwegsicherung wird mit der Stadt - Villach diskutiert werden. Zum Problem wird fallweise der starke Bring- und Holverkehr von SchülerInnen, da kein Gehsteig durchgehend vorhanden ist. Hier sind auch unsere Eltern gefordert, zur Sicherheit aller Schüler beizutragen. Als zusätzlichen Schutz sollten Schülerinnen und Schüler reflektierende Kleidung tragen.

Die Schule braucht ein Raum- und Ausstattungskonzept. Die Ausstattung mit Computern und Internetanschluss in den Klassen wird gewünscht. Generell wurden im Bereich der Ausstattung und des Gebäudes Mängel festgestellt, die zum Teil dringend zu beheben sind. Wir wissen um das Bemühen der Stadt Villach um ein stetes Sanierungs- und Renovierungskonzept aller Schulen und die damit verbundene hohe finanzielle Belastung. Dennoch sind wir sehr zuversichtlich, dass auf  die Notwendigkeit einer Sanierung des Standortes der Regenbogenschule VS 9 Fellach bald reagiert und ein diesbezügliches zukunftsweisendes Konzept (kurz - mittel - langfristig) entstehen wird.
 

Resümee
Die Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung von Kindern  als umfassende Aufgabe der Grundschule wird an der Regenbogenschule VS 9 Fellach in vielen Bereichen überzeugend und eindrucksvoll gelebt. Die Bemühungen der Schule in  Zukunft sollen sich weiterhin auf eine vertiefte qualitative Umsetzung und systematische Ausgestaltung des Leitbildes der Regenbogenschule richten und dabei auch Raum  für die wichtigen Herausforderungen vorsehen, welche an das System Schule generell gestellt werden. Sowohl durch den Bericht der Schule belegt als auch durch die durchgeführte Inspektion festgestellt, wird dem Standort im Rahmen der Inspektion rückgemeldet:  Der Entwicklungsstand ist hoch einzustufen, die kontinuierliche Auseinandersetzung mit neuen Anforderungen zeigt deutliche Ergebnisse vor Ort.

Wir bedanken uns für die positive Rückmeldung, die uns in unserer weiteren Arbeit und Entwicklung motiviert.